Konzepts zur Verminderung des Energiebedarfs in Haushalten

Entwicklung eines Konzepts zur Verminderung des Energiebedarfs unter Berücksichtigung von Rebound-Effekten, Investitionsverhalten und Suffizienzpotentialen

Auftraggeber

Umweltbundesamt (UBA), im Rahmen des Umweltforschungsplans des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert

Laufzeit Mai 2013 bis September 2015

Hintergrund

Trotz vielfältiger Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz in Deutschland in den vergangenen Jahren, geht der absolute Energieverbrauch nicht in dem Maße zurück, wie es zu erwarten wäre. Um die ehrgeizigen Ziele im Energiekonzept der Bundesregierung zu erreichen, sind verstärkt Maßnahmen erforderlich.

Ziele

Ziel der Studie war es, realistische Potenziale für reale Energieeinsparungen unter Berücksichtigung von Rebound-Effekten und gegenläufigen Trends zu ermitteln und zu quantifizieren. Im Fokus standen dabei verhaltensbedingte Potenziale bei den privaten Haushalten. Überprüft wurde auch die Übertragbarkeit auf Verhalten am Arbeitsplatz. Für diese Potenziale wurde eine Bewertung aus ökonomischer und verhaltenswissenschaftlicher Sicht durchgeführt und Vorschläge für geeignete Instrumente entwickelt, um die Potenziale zu realisieren. Verhaltensbedingte Potenziale umfasst dabei die Untersuchung des Investitionsverhaltens ebenso wie das Nutzungsverhalten und Suffizienzpotentiale. Hinterfragt wurden auch verbrauchsbestimmende Einflussfaktoren, die üblicherweise Szenarien zugrunde gelegt werden. Insgesamt wurden 18 Maßnahmen im Haushaltssektor betrachtet. Vom Energiesparpotenzial und der Umsetzbarkeit her gesehen ergaben sich als prioritär:
  • Reduktion der Wohnfläche pro Kopf,
  • Absenkung der Raumtemperatur,
  • Verlagerung auf den Radverkehr,
  • Telemeetings und
  • die Reduktion von Lebensmittelabfällen
Alle Maßnahmen können durch entsprechende politische Instrumente gefördert werden. Schwierig erscheint allerdings eine Verstärkung des Suffizienzverhaltens.
Die speziell von IREES analysierten “organisatorischen Maßnahmen am Arbeitsplatz”, wie Nutzungsverhalten, Betriebsoptimierung oder Energiemanagement, wurden auf ein Potenzial von knapp 6 TWh geschätzt, das allerdings schwierig zu erschließen ist. Energieberatungsangebot, Netzwerkbildung und Kooperation staatlicher Stellen mit Wirtschaftsorganisationen sind hierzu wichtige Instrumente. Basis für die Potenzialabschätzung war die Auswertung realisierter und von Beratern empfohlener Maßnahmen von Betrieben, die sich in Energieeffizienznetzwerken zusammengeschlossen haben

Projektpartner

  • Öko-Institut

ANSPRECHPARTNER

Dr. Anette Roser
Dr. Anette Roser