IREES auf der RIFS-Konferenz: Einblicke aus dem Projekt KomDat zur Fernwärme

Nachhaltige Wärmenetze brauchen transparente Entscheidungsprozesse

In den vergangenen drei Tagen kamen Forschende aus verschiedenen Disziplinen unter dem Motto „Tough Conversations in Tough Times“ in einer vom RIFS Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit | am GFZ organisierten Konferenz zusammen. Im Mittelpunkt standen der Umgang mit dem Klimawandel sowie den sozialen und ökologischen Krisen und die Frage, wie politische Maßnahmen gestaltet werden können, wenn gleichzeitig Widerstand gegen Nachhaltigkeitspolitiken wächst. Gerade vor diesem Hintergrund wurde deutlich, wie entscheidend tragfähige Entscheidungsprozesse für transformative Infrastrukturmaßnahmen sind.

Vor diesem Kontext präsentierte unsere Kollegin Antonia Kranz aktuelle Erkenntnisse aus dem KomDat Projekt. Der Beitrag betrachtete Digitalisierung in der Fernwärme nicht als rein technische Modernisierung, sondern als Instrument, das gemeinsame Entscheidungsfindung unterstützen und Akzeptanz stärken kann, um nachhaltig wirken zu können.

Key Takeaways aus der Panel-Diskussion:
🔎Effizienzpotenziale werden überwiegend durch strukturelle Faktoren limitiert:
Die Umsetzung von Maßnahmen zur Hebung von Effizienzpotenzialen in der Fernwärme steht neben technologischen Hürden auch vor Herausforderungen hinsichtlich unzureichender Transparenz, divergierenden Anreizstrukturen und asymmetrischen Informationslagen zwischen Versorgern, Kommunen und Endnutzer:innen.

📊Digitalisierung erfordert verbindliche Zuständigkeiten für Datennutzung und -interpretation:
Datenbasierte Optimierungen setzen institutionell geregelte Verantwortlichkeiten voraus, insbesondere hinsichtlich Erhebung, Austausch und gemeinsamer Einordnung betriebsrelevanter Daten (z. B. Lastprofile, Temperaturniveaus, Tarifwirkungen).

🤝Nachvollziehbare Datenprozesse sind Voraussetzung für Legitimität und Umsetzung:
Damit datenbasierte Maßnahmen akzeptiert und realisiert werden können, müssen ihre Ableitungen nachvollziehbar sein, insbesondere dort, wo Kostenwirkungen Haushalte betreffen, die selbst keinen Einfluss auf Infrastrukturentscheidungen haben.

Die Diskussionen verdeutlichten, wie sehr nachhaltige Wärmeversorgung von einem Zusammenspiel aus technischer Expertise, Governance-Perspektiven und institutioneller Kooperation profitiert.

Vielen Dank an das Team des RIFS Potsdam für die tolle Organisation der Konferenz sowie an die weiteren Mitpanelist:innen (Eric Hartmann, Josef Kaiser, Pia Redenius & Sarah Velten sowie Lale Eckardt) und Diskutanten für den anregenden transdisziplinären Austausch!

IREES – Research for Future 🔎🌱🌡️