Leitfaden Dekarbonisierung in der Industrie

Die Energiewende in Deutschland kann nur unter Einbeziehung der industriellen Strukturen gelingen. Für die Wärmwende in der Industrie ist dabei nicht nur die Reduktion des Energiebedarfs durch Effizienzmaßnahmen und Prozessumstellungen notwendig, sondern ebenso die Umstellung auf eine klimaneutrale und der Sektorkopplung dienliche Wärmeversorgung erforderlich. Industrieunternehmen stehen damit vor enormen Herausforderungen mit Bezug auf die erforderliche Geschwindigkeit zur vollständigen Reduktion der Treibhausgasemissionen bei gleichzeitig zunehmender Komplexität und Unsicherheiten mit Bezug auf die Energiemärkte. Ebenso bieten sich auch Chancen, mit intelligenten Konzepten und rechtzeitigen Planungen die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens zu sichern und bestehende ökonomische Risiken der Nutzung fossiler Brennstoffe zu minimieren. So können thermische Systeme in der Industrie einen wichtigen Beitrag zur Integration der Erneuerbaren Energien leisten. Beispielsweise können Industrieunternehmen durch die Flexibilisierung der Wärmeerzeugung gleichzeitig Kosten senken und systemdienlich wirken. Die Energieeffizienz bei der Wärmeversorgung ist nach wie vor ein sehr wichtiger Stellhebel zur Reduktion der THG-Emissionen. Die Elektrifizierung des industriellen Wärmebedarfs und der Ausbau eigener erneuerbarer Stromerzeugung stellen ein Schlüsselelement der Wärmewende dar, mit dem der Wärmesektor an den Stromsektor gekoppelt wird. Damit ist der Einsatz und die stetige Weiterentwicklung von Wärmepumpen und Wärmespeichern ein Schlüssel für die industrielle Wärmewende. „Brücken“-Technologien, die kein Potential zur klimaneutralen Wärmeerzeugung haben, stellen hingegen „Stranded-Assets“ und Energieversorgungsrisiken dar und sollten in Investitionsstrategien konsequent vermieden werden.

ANSPRECHPARTNER

Jan Steinbach
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Kai Bergmann
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Eftim Popovski
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