Strategische Energieversorgungskonzepte für Prüfgebietscluster der Wärmeplanung

Auftraggeber:Landeshauptstadt München, Referat für Klima- und Umweltschutz

Laufzeit:  März 2025 – März 2026

Hintergrund

Die Transformation der Wärmeversorgung stellt insbesondere in urbanen Räumen eine zentrale Herausforderung auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045 dar. Während München mit seinem großen Fernwärmenetz grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Wärmeversorgung besitzt, ist Fernwärme nicht in allen Stadtgebieten die optimale Lösung. Der am 15. Mai 2024 verabschiedete Wärmeplan der Stadt München gibt für die meisten Gebiete eine strategische Orientierung für eine ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Wärmeversorgung vor. Dabei wurden sowohl zentrale als auch dezentrale erneuerbare Wärmeversorgungslösungen identifiziert. In bestimmten sogenannten Prüfgebieten, die etwa 4 % der städtischen Baublöcke ausmachen, besteht jedoch ein erhöhter Bedarf an detaillierteren Konzepten aufgrund heterogener Gebäudestrukturen und variierender Energiequellenlagen.

Ziele und Ergebnisse

Im Rahmen dieses Projekts wurden für drei ausgewählte Prüfgebietscluster der kommunalen Wärmeplanung München tragfähige Strategien für eine klimaneutrale Wärmeversorgung entwickelt, bewertet und die Übertragbarkeit auf weitere Prüfgebiete untersucht. Ziel war es, insbesondere für jene Gebiete Lösungen zu identifizieren, in denen im bestehenden Wärmeplan bislang keine eindeutige Versorgungsoption für mindestens 80 % der Gebäude bestimmt werden konnte. Die durchgeführten Analysen zeigen, dass keine universell geeignete Versorgungslösung existiert. Vielmehr sind die technisch, ökonomisch und ökologisch tragfähigsten Optionen stets stark abhängig von den jeweiligen Quartiersstrukturen, den Gebäudeeigenschaften sowie den verfügbaren lokalen Wärmequellen.

Über alle untersuchten Gebiete hinweg stellen dezentrale Wärmepumpenlösungen die zentrale Basisoption dar. Sie zeichnen sich durch vergleichsweise hohe Wirtschaftlichkeit, kurzfristige Umsetzbarkeit und breite Anwendbarkeit aus, sind jedoch insbesondere in dicht bebauten Quartieren durch Flächenverfügbarkeit, Schallschutzanforderungen und denkmalrechtliche Rahmenbedingungen eingeschränkt. Quartiersbezogene Wärmenetzlösungen auf Basis von Großwärmepumpen weisen erhebliche CO₂-Minderungspotenziale auf, sind jedoch nur unter spezifischen Voraussetzungen wirtschaftlich darstellbar und mit höheren Umsetzungsanforderungen verbunden. Eine flächendeckende Umsetzung zentraler Wärmenetze ist daher kurz- bis mittelfristig nicht realistisch.

Aufgaben von IREES

  • Projektkoordination

  • Analyse der Daten und Berechnungsmethoden aus dem Wärmeplan München

  • Detaillierte Untersuchung der Eignung für Wärmeversorgungsoptionen in bisher „weißen Flecken“ des Wärmeplans

  • Bewertung der Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzoptionen mit dem Modell NetHEAT

  • Entwicklung einer Methodik zur Klassifizierung der Prüfgebiete und Übertragung der Ergebnisse

  • Organisation und Durchführung von Austauschformaten mit relevanten Akteur*innen

Ansprechpartner

Dr. Jan Steinbach
Dr. Jan Steinbach
Johannes Haller
Johannes Haller
Catrice Christ
Catrice Christ
Dr. Sophie Lohmann
Dr. Sophie Lohmann
Dr. Nico Ulmer
Dr. Nico Ulmer